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Hey,
 
ich habe das Thema schon mit Freunden und Familie besprochen, aber ich wollte mir mal Meinungen von Menschen anhören, die nichts mit uns zu tun haben und diese Situation demnach als Außenstehende betrachten.
Ich (weiblich, 21) und mein Ehemann (24) kennen uns schon seit unserer Geburt, da unsere beiden Familien sehr gut miteinander befreundet sind/waren. Wir haben uns wirklich sehr früh ineinander verliebt, sind schon im Teenageralter zum jahrelangen Paar geworden. Im Frühjahr letzten Jahres hat er mir dann einen Antrag in Paris gemacht, die Hochzeit fand noch im selben Jahr im Sommer statt. Im November 2015 kam dann ganz überraschend unsere kleine Tochter zur Welt. Zu der Zeit habe ich mich im Medizinstudium befunden, das ich allerdings vorerst abgebrochen habe, damit ich mich die erste Zeit um meinen kleinen Engel kümmern kann.
Ich wurde in Deutschland geboren, er in den USA. Wir leben mittlerweile in einem Vorort in Pennsylvania. Aufgewachsen ist mein Ehemann bei seinen Großeltern in Deutschland, da seine Eltern, beide Polizisten, im Dienst gewaltsam ums Leben gekommen sind. Da ich ihn schon mein ganzes Leben lang kenne, weiß ich ganz genau, wie sehr es meinen Mann belastet, seine Eltern nur aus den Geschichten von anderen zu kennen. Nur ihretwegen ist auch er Polizist geworden. Er möchte sie stolz machen. Genau das ist mein Problem.
Die Welt ist ein gefährlicher Ort, dessen bin ich mir bewusst, vor allem, wenn man ein Polizist ist, aber wir wissen alle, dass das mit den Vereinigten Staaten noch einmal eine ganze andere Geschichte ist. So haben beispielsweise nicht nur die Eltern meines Ehemannes ihr Leben gelassen, sondern auch einige seiner Kollegen, die wir gut gekannt haben.
Ich kann nachvollziehen, warum er bei der Polizei ist. Nicht nur wegen den Eltern, sondern auch, weil er ein unfassbar guter Mensch ist, der anderen hilft, wo er nur kann. Nicht nur deswegen kann ich den Gedanken nicht ertragen, eines Tages vielleicht erfahren zu müssen, dass er niemals wieder nach Hause kommen wird, dass meine Tochter ein ähnliches Schicksal wie mein Mann erleiden muss, dass ich ihr erklären muss, wieso die meisten anderen einen Papa haben, aber sie nicht, dass sie ihn nur aus meinen Geschichten kennen wird. Er ist nicht nur mein Ehemann, sondern auch mein bester Freund, der Vater unseres Mädchens, das die Tage erst 11 Monate alt wird. Ihr Leben hat noch nicht mal wirklich begonnen. Ich möchte einfach nicht, dass sie ohne Vater aufwachsen muss, wo sie doch gerade erst gelernt hat, "Dada" zu ihm zu sagen. Sie hängt schon jetzt so sehr an ihm. Und auch mein Leben hat gerade erst begonnen. Ich bin und werde niemals dazu bereit sein, ohne diesen Mannzu leben. Ich wüsste nicht, wie ich das überleben sollte.
Mir ist durchaus bewusst, dass ich meinem Ehemann nicht verbieten kann, als Polizist zu arbeiten. Seine Arbeit bedeutet ihm so viel. Sie bindet ihn nicht nur an seine verstorbenen Eltern, sondern erfüllt ihn auch. Wir sind wirklich sehr glücklich miteinander, doch diese ganze Sache belastet mich ausgesprochen stark.
Vor allem in letzter Zeit kommt er sehr oft sehr spät nach Hause, da sich einiges auf seiner Arbeit verändert hat, was alles nur noch viel schlimmer macht. Jede verdammte Nacht liege ich wach in meinem Bett, darauf wartend, ihn nach Hause kommen zu hören. Wenn er sich auch nur ein bisschen verspätet, wird mir total schlecht.
Ich habe keinen Kontrollzwang und auch kein Problem mit Eifersucht. Das alles basiert wirklich nur auf seinem Beruf, da ich derartige Ängste zuvor nicht hatte. Alles war normal. Jetzt mache ich mir jeden einzelnen Tag große Sorgen um ihn, weil ich so unfassbar verliebt in ihn bin. Der Gedanke, ihn zu verlieren, reißt mich auseinander. Er ist doch gerade mal 24 Jahre alt.
Was meint ihr? Findet ihr meine Sorgen sind berechtigt oder übertrieben? Was soll ich tun? Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Ich bin vollkommen ratlos ... Ich weiß nur, dass ich mit einer solchen Angst nicht weiterleben kann, möchte und auch nicht werde.
 
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! :)
 
Küsschen,
Victoire
Gefragt in Sonstiges von
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